Pfarre Maria Kirchbüchl-Rothengrub

Gemeinde Höflein an der Hohen Wand und Willendorf am Steinfeld

Geschichte

Der markante Mittelpunkt unserer Pfarre ist die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Kirchbüchl. „Zu Unserer Lieben Frau auf der Säule“ liegt westlich von Wiener Neustadt, auf einem Hügel am Rande des Steinfeldes - Schneeberg und Hohe Wand bilden einen malerischen Hintergrund. Die Geschichte unser Pfarre Maria Kirchbüchl – Rothengrub beginnt mit der Loslösung der Pfarre Rothengrub von der Pfarre St. Egyden am Steinfeld im Jahre 1750 und führt 1783 in der Erhebung der Wallfahrtskirche auf dem Kirchbüchl zur Pfarrkirche in ihrer heutigen Größe.

Die Pfarr. u. Wallfahrtskirche erhielt ihr heutiges Aussehen durch einen umfangreichen Um- und Neubau im Jahre 1749 durch Abt Josef Stübicher aus dem Neukloster in Wiener Neustadt. Das Kloster hatte das Patronat über die Wallfahrtskirche bereits seit 1608 und betreute die Wallfahrer in den Monaten von April bis Oktober. Erste Hinweise auf eine gotische Kapelle auf dem Kirchbüchl gibt es schon seit 1443. Damals war die kleine Kapelle das Ziel vieler frommer Pilger aus dem nahen Wiener Neustadt.

Im Zuge der Barockisierung wurde dieser mittelalterliche Kapellenbau zur Gänze zum Chor der neuen Kirche umgestaltet.

Wie eine 1727 entstandene Übersichtskarte der Gegend zeigt, war die mittelalterliche Kapelle im Laufe der Zeit im Westen durch mehrere Zubauten erweitert worden und besaß zudem einen barocken Dachreiter mit Zwiebeltürmchen. Im Zuge des Um- bzw. Neubaues der Wallfahrtskirche 1747/49 entstand durch die Errichtung des an den Chor angebauten Turmes eine repräsentative Ostpartie.

Die Einweihung der Kirche fand zum Fest Maria Geburt 1751 statt. In einer feierlichen Zeremonie wurde das alte Gnadenbild aus der Wegkapelle in den Hochaltar übersetzt. Im Kircheninneren bildet das zweijochige, platzgewölbte Langhaus mit seinen hervortretenden Wandpfeilern vier flache Nischen aus. An das Kirchenschiff schließt im Westen eine kleine Vorhalle mit der Orgelempore an, während im Osten der etwas eingezogene, dreijochige Chor mit den angebauten Oratorien ansetzt. Maria Kirchbüchl steht einer betont klassischen Strömung des Barock nahe, die einen Anknüpfungspunkt für die Entwicklung des Klassizismus bieten sollte.

Der Hochaltar setzt mit seinem Triumphbogenmotiv das klassische Stilideal des Kirchenraumes fort und bildet gemeinsam mit der stuckmarmornen Rückwand des Chorhauptes den Raum für die schwebende Figur Gottvaters, der, begleitet vom heiligen Geist, in einer Engelsglorie erscheint. Josef Maurer, ein Wiener Neustädter Bildhauer hatte am 16. Oktober 1748 für die fertiggestellte Glorie, den Tabernakel und die Kanzel 309 fl. (Gulden) erhalten.

Von der mittelalterlichen Einrichtung haben nur die gotischen Opferstöcke überdauert. Bei genauer Betrachtung zeigen sie noch Spuren einer rötlichen Färbung.

Auf der Orgelempore steht die Orgel des berühmtesten Orgelbauer Wiens, Johann Hencke. Etwa gleichzeitig mit seiner großen Herzogenburger Orgel wurde das fünfzehn – registrige Werk 1750 für die Wallfahrtskirche Maria Kirchbüchl vollendet. Die wertvolle Orgel, deren Rokokogehäuse eine wesentliche Bereicherung des hochbarocken Kirchenraumes darstellt, erinnert mit ihrer grün (blau) – goldenen Fassung schon rein äußerlich an die Herzogenburger Orgel. Sie ist wahrscheinlich die letzte original erhaltene Orgel von Joh. Hencke. Das Gehäuse gliedert sich in fünf Felder, deren beide äußere den Pedalprospekt bilden. Der dreifeldrige Zweifuß-Prospekt des Positivs ist in die Emporebrüstung eingebaut. Der eichene Spieltisch ist freistehend mit Blickrichtung zum Altar postiert. Spieltisch, Windladen und Pfeifenwerk sind, bis auf geringfügige Veränderungen anlässlich einer Renovierung von 1880, original erhalten.

Unter der Orgelempore wurde 2007 ein Gitter eingebaut um von März bis November tagsüber Besuchern und Betern den Zugang zu ermöglichen. Von 8 bis 20 Uhr ist der Eintritt von hinten in die Kirche möglich um dort zu beten, eine Kerze zu anzünden oder nur still eine Weile innezuhalten.